Wenn sich der gesundheitliche Zustand eines terminal erkrankten Patienten stets verschlechtert und es keine Sicht auf Besserung gibt, so bietet sich eine palliative Versorgung an. Hierbei steht nicht mehr die Heilung und Lebensverlängerung im Vordergrund, sondern die Verbesserung der Lebensqualität.

Definition Palliativversorgung

Das Ziel der Palliativmedizin ist die Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit unheilbaren, terminalen Erkrankungen und die Unterstützung ihrer Angehörigen. Es geht im Gegensatz zur klassischen medizinischen Behandlung also nicht um die Heilung von Krankheiten, sondern um die Steigerung der Lebensqualität durch die Behandlung der Symptomatik. Dabei wird versucht, den Patienten ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Diese Art der Pflege, die sich vor allem aus der Arbeit in Hospizen entwickelt hat, legt einen großen Wert auf die Wahrung der Würde und der Autonomie, und die Akzeptanz des bevorstehenden Todes.

Die drei Phasen der Palliativversorgung

Eine palliative Versorgung kann früher ansetzen als die obige Definition suggerieren mag. Sie kann sich über viele Monate, und manchmal auch über Jahre hinziehen. Die Palliativversorgung lässt sich in drei zeitliche Phasen einteilen, an denen sich die Herangehensweise und Art der Pflege orientiert.

1. Rehabilitationsphase

In der frühen Phase der Palliativversorgung, der Rehabilitationsphase, ist das Ziel, dass der Patient trotz fortschreitender Krankheit ein weitgehend normales gesellschaftliches Leben führen kann.

2. Terminalphase

Die Terminalphase kann mehrere Wochen oder Monate dauern. Die Krankheit beeinträchtigt das aktive gesellschaftliche Leben des Patienten jetzt stark. Der Patient ist nun bettlägerig oder zumindest die meiste Zeit auf ein Bett angewiesen. Das Ziel ist es in dieser Phase, dem Patienten psychisch zur Seite zu stehen und das Leiden sowohl körperlich als auch seelisch zu lindern.

3. Sterbephase/Finalphase

Die Sterbephase umfasst die letzten Stunden oder auch Tage des Patienten. Im Vordergrund der Palliativversorgung steht nun, auf die Wünsche und Bedürfnisse des Patienten einzugehen, und ihm Ängste zu nehmen und Beistand zu gehen. Auch die Angehörigen des Patienten benötigen und erhalten durch die Palliativpflege in dieser Zeit Trost und Unterstützung.

Möglichkeiten der Palliativpflege: Ambulant oder Stationär

Unter Palliativ-Medizin fallen sowohl Pflegemöglichkeiten im Krankenhaus, in Pflegeheimen, als auch im Hospiz. Ebenfalls besteht die Möglichkeit zur ambulanten Palliativversorgung, durch Pflegedienste und Palliative-Care-Teams.

1. Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)

Reicht die allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV) nicht aus, so besteht die Möglichkeit der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Die SAPV kommt dann zum Einsatz, wenn durch die AAPV keine befriedigende Symptomkontrolle oder Leidensminderung erreicht werden kann, da eine besonders aufwendige Versorgungssituation vorliegt. Die SAPV wird von einem Arzt verordnet und werden von der Krankenkasse nur unter bestimmten Voraussetzungen genehmigt.

Zu den ärztlichen und pflegerischen Leistungen, die die SAPV umfasst, gehören rund-um-die-Uhr Ruf-, Notfall- und Kriseninterventionsbereitschaft und die psychosoziale Unterstützung in enger Zusammenarbeit mit Seelsorge, Sozialarbeit und ambulanten Hospizdiensten.

2. Palliative-Care-Teams & Ambulante Pflegedienste mit Palliativpflegekräften

Palliative-Care-Teams, offiziell „Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung“, sind Teams, die aus Ärzten, Krankenschwestern und Koordinationskräften, z. B. Sozialarbeitern und ehrenamtlichen Helfern, bestehen. Diese Teams haben das Ziel, Schwerstkranke und Sterbende in ihrer vertrauten Umgebung in einer ganzheitlichen Herangehensweise zu versorgen.

Auch gibt es in Deutschland immer mehr ambulante Pflegedienste, die Hilfe von examinierten Pflegekräften anbieten, die die Zusatzausbildung „Palliative Care“ erhalten haben. Neben medizinischer Pflege wie der Überwachung der Schmerztherapie, die Versorgung mit Portsystemen, Verbandswechsel und ähnlichem, sind sie ausgebildet, sensibel mit den Patienten und Angehörigen und ihren Ängsten umzugehen.

3. Ambulante Hospizdienste

In einem ambulanten Hospizdienst arbeiten ehrenamtliche Helfer, koordiniert durch eine hauptamtlich tätige Kraft. Sie kommen zu den Palliativpatienten nach Hause und leisten dort keine medizinische oder pflegerischen Tätigkeiten, sondern widmen sich der psychosozialen Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen. Sie unterhalten sich mit den Patienten, gehen mit ihnen spazieren und unterstützen sie im Haushalt.

4. Hospize und Palliativpflege in Pflegeheimen

Stationäre Hospize sind eigenständige Einrichtungen, in denen ausschließlich Palliativpflege ausgeführt wird. In einem Hospiz arbeiten interdisziplinäre Teams, bestehend aus Pflegepersonal, Ärzten, Sozialarbeitern, Psychologen, Psycho- und Physiotherapeuten und freiwilligen Begleitern. Auf Betroffene kann daher anders und tiefer eingegangen werden als dies in Krankenhäusern möglich ist. Voraussetzung für die Aufnahme in ein stationäres Hospiz ist, dass der Patient an einer Erkrankung leidet, bei der eine Heilung ausgeschlossen ist, und eine Aufnahme vom Betroffenen erwünscht ist.

Auch in einigen Pflegeheimen gibt es die Möglichkeit auf gesonderte Palliativpflege. Palliativpflege im Altenheim soll in erster Linie körperliche sowie psychische Belastungen verringern. Neben den Bedürfnissen der Schwersterkrankten steht auch die Unterstützung der Angehörigen im Mittelpunkt. Speziell auch für die Sterbebegleitung ausgebildete Fachkräfte gehen auf die Bedürfnisse und letzten Wünsche des Erkrankten ein.

Palliativpflege in den Seniorenheimen der AWO Pfalz

In den Seniorenhäusern der AWO Pfalz werden die Betroffenen im Rahmen der Sterbebegleitung rund um die Uhr von erfahrenen Pflegefachkräften versorgt. Die Behandlung zielt darauf ab, die Schmerzen der Patienten bestmöglich zu lindern. Dabei wird auf einen respektvollen, emphatischen Umgang geachtet, um den Betroffenen und den Angehörigen beim Abschiednehmen beizustehen. Für diese Form der Begleitung und psychologischen Beratung arbeiten wir mit ambulanten Hospizdiensten zusammen.

Haben Sie noch Fragen zur Palliativpflege und der AWO Pfalz? Rufen Sie uns an dann unter 0 63 21/39 23 – 0 oder schreiben Sie uns eine Mail info@awo-pfalz.de. Wir nehmen uns Zeit für Sie und gehen einfühlsam auf all Ihre Fragen ein. Jetzt Kontakt aufnehmen!

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