Viele Pflegebedürftige haben einen zu niedrigen Pflegegrad. Dies kann entweder daran liegen, dass der ursprünglich ermittelte Pflegegrad bereits inkorrekt war, oder weil sich die Symptomatiken der Betroffenen verschlechtert haben, und sie nun mehr Hilfe von außen benötigen. Wenn der vergebene Pflegegrad (früher Pflegestufe) nicht mehr der aktuellen Situation entspricht, ist es ratsam, eine Höherstufung des Pflegegrades zu beantragen. Eine erfolgreiche Pflegegrad Höherstufung kann bis zu 20.000 € mehr an Leistungen führen. Den Pflegegrad erhöhen kann also einen großen Unterschied machen.

Den Pflegegrad erhöhen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wenn Sie noch keinen vorläufigen Pflegegrad haben, sollten Sie diesen zunächst beantragen. Haben Sie bereits einen Pflegegrad für sich oder einen Angehörigen erhalten, und fragen sich: Pflegegrad erhöhen - wie geht das? Lesen Sie sich dann unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung durch.

1. Schritt: Einen Antrag auf Erhöhung bei der Pflegeversicherung stellen

Wenn Sie Ihren Pflegegrad erhöhen wollen, ist die erste Anlaufstelle Ihre Pflegeversicherung. Füllen Sie zunächst einen Antrag auf Erhöhung aus und senden Sie diesen Ihrer Pflegeversicherung zu. Den entsprechenden Antrag erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse über eine kurze telefonische oder schriftliche Anfrage. Meist stehen die entsprechenden Formulare auf der jeweiligen Website der Pflegeversicherung zum Herunterladen bereit. Oder Sie suchen in einer Suchmaschine einfach nach dem Antrag auf Erhöhung des Pflegegrades und dem Namen der entsprechenden Krankenkasse (AOK, DAK, Barmer, IKK, TK, etc.). Die Anträge unterscheiden sich je nach Krankenkasse leicht. Gemeinsam ist den Anträgen auf Höherstufung oder Umstellung der Pflegeleistungen jedoch, dass sie meist weniger umfangreich und kompliziert ausfallen als die Erstanträge zur Ermittlung des Pflegegrades.

Achten Sie beim Ausfüllen des Formulars darauf, es gewissenhaft und möglichst vollständig auszufüllen, und keine falschen Angaben zu machen. Dies könnte zur Ablehnung des Verfahrens führen und somit Ihr Vorhaben, den Pflegegrad zu erhöhen, scheitern lassen. Wenn Sie bei einigen Punkten noch unschlüssig sind, so lassen Sie diese lieber aus, als nicht gesicherte Angaben zu machen.

2. Schritt: Einen Termin mit dem MDK ausmachen

Nachdem Ihre Pflegeversicherung Ihren Antrag erhalten hat, wird der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) beauftragt, eine erneute Begutachtung bei Ihnen durchzuführen. Sie werden von einem Gutachter kontaktiert, um einen zeitnahen Termin für die Überprüfung Ihrer Pflegegradhöherstufung zu finden. Wenn Sie privatversichert sind, wird die Begutachtung von Medicproof, dem Medizinischen Dienst der privaten Krankenkassen, durchgeführt.

3. Schritt: Sich mit dem Pflegetagebuch auf den Besuch des MDK vorbereiten

Mindestens zwei Wochen vor Ihrem Termin mit dem MDK sollten Sie beginnen, das Pflegetagebuch zu führen. Darin sollten Sie eintragen, wie viel Zeit täglich für welche Hilfestellungen benötigt werden. Nutzen Sie dafür am besten ein vorgefertigtes Pflegetagebuch, wie Sie es im Internet finden können. Manche Krankenkassen bieten es zum Download auf ihrer Website an. So stellen sie sicher, dass Sie beim Eintragen keine wichtigen Aspekte vergessen. Wenn der MDK dann bei Ihnen nach Hause ist, so können Sie mit Hilfe des Pflegetagebuchs den Pflegealltag genau schildern. Wenn Sie das Ziel verfolgen, Ihren Pflegegrad zu erhöhen, sollten Sie das Pflegetagebuch ernst nehmen. Es bietet zwar keinen Beweis im juristischen Sinne, es kann aber die Korrektheit von Angaben während des MDK-Termins belegen. Im Falle einer Ablehnung der Höherstufung von Pflegeleistungen kann es als Grundlage für einen Widerspruch dienen.

4. Schritt: Der Besuch des MDK zur Pflegegraderhöhung

Beim Besuch des MDK wird, wie auch beim ersten Antrag auf einen Pflegegrad, die Pflegebedürftigkeit anhand von sechs Modulen bemessen.

5. Schritt: Der Bescheid des MDK

Nach der Begutachtung erhalten Sie postalisch die Einschätzung des MDK. Im besten Falle geht aus dem Gutachten der erhöhte Grad der Pflege hervor. Beachten Sie jedoch, dass es unter gewissen Umständen auch möglich ist, dass der Pflegegrad heruntergestuft wird statt erhöht. Die Ablehnungsquote bei Höherstufungs- und Wiederholungsbegutachtungen lag in den letzten Jahren bei rund 60 %.

Pflegegrad erhöhen: Wann kann der Antrag gestellt werden?

Im Normalfall können Sie alle sechs Monate eine Höherstufung des Pflegegrades oder eine Überprüfung der Pflegesituation beantragen. In Sonderfällen, wie bei einer rapider Verschlechterung des Gesundheitszustands, kann der Antrag auf Pflegegrad-Höherstufung jedoch jederzeit gestellt werden. Dies ist unabhängig davon, welchen Pflegegrad Sie erstreben, und welcher Pflegegrad ursprünglich festgestellt wurde.

Falls Sie gerade erst einen Pflegegrad mitgeteilt bekommen haben, und mit diesem nicht einverstanden sind, können Sie statt eines Antrags auf Erhöhung einen formlosen Widerspruch gegen den festgelegten Pflegegrad einreichen. Auch in diesem Fall wird ein Termin mit dem MDK für eine erneute Begutachtung ausgemac

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